Polyamorie bezeichnet die Praxis, mehrere liebevolle Beziehungen gleichzeitig zu führen — mit Wissen und Einverständnis aller Beteiligten. Das Einverständnis ist der Kern: Polyamorie ist kein Fremdgehen mit Etikett, sondern ein offen verhandeltes Beziehungsmodell. Wie es konkret aussieht, ist sehr unterschiedlich. Manche leben gleichberechtigte Beziehungen zu mehreren Menschen, andere haben eine Hauptbeziehung und weitere Verbindungen daneben.
Polyamorie ist keine Diagnose und kein Symptom. Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage dafür, sie pauschal als Bindungsstörung oder Beziehungsunfähigkeit zu deuten. Bindungsmuster, sichere wie unsichere, gibt es in allen Beziehungsformen. Was stimmt: Polyamore Beziehungen haben mehr bewegliche Teile, dadurch werden Themen wie Eifersucht, Absprachen und Zeitverteilung schneller sichtbar. Wenn sich eines davon festfährt, kann therapeutische Begleitung helfen, die das Modell kennt und nicht das Modell selbst zum Problem erklärt.
Mehr dazu: Polyamorie & offene Beziehungen — Therapie ohne Rechtfertigungsdruck




