Praxis Heinis
Sexualdelikte, Paraphilien und belastende sexuelle Impulse
Ohne Verurteilung
Therapie im Zusammenhang mit Sexualdelikten, störenden Paraphilien oder Impulsen, die Ihnen Angst machen
Kaum ein Thema spaltet so wie dieses – und genau deshalb wird es nicht angefasst, weder von den Betroffenen noch von vielen Therapeutinnen und Therapeuten. Wer wegen eines Sexualdelikts in Konflikt mit dem Gesetz geraten ist, wird damit von kaum jemandem empfangen.
In meiner Praxis kommen Menschen auf unterschiedlichen Wegen an. Manchmal steht die Polizei vor der Tür, und ein Doppelleben bricht zusammen. Manchmal hat jemand sich über Jahre zusammengerissen, und dann ist doch eine Grenze überschritten worden. Und manchmal blickt jemand auf eine schwere Phase seines Lebens zurück und weiß: Was ich da getan habe, war falsch. Auch wenn sich das Geschehene nicht ungeschehen machen lässt – verstehen lässt sich, wie es dazu kam und welche Faktoren eine Rolle gespielt haben. Und, wichtiger noch: wie sich das künftig verhindern lässt. Das ist die eigentliche Arbeit.
Genauso richtig sind Sie hier, wenn nie etwas passiert ist. Manche Menschen leben mit einer pädophilen oder hebephilen Sexualpräferenz oder mit Impulsen, die ihnen Angst machen. Eine pädophile oder hebephile Sexualpräferenz zu haben ist nicht strafbar – sie auszuleben ist es, denn dabei kommen Kinder oder Jugendliche zu Schaden. Wer Hilfe sucht, bevor etwas passiert, verdient sie ohne Umwege. Meine Arbeit stützt sich auf BEDIT, das Berliner Dissexualitätstherapie-Programm.
Und damit das klar ist: Ich verurteile die Taten, die Gewalt, den Schaden, der angerichtet wurde. Den Menschen, der mir gegenübersitzt, verurteile ich nicht – mit ihm arbeite ich offen. Eine Klarstellung gehört an den Anfang: Auf dieser Seite geht es um die Täter- und Präventionsseite. Wenn Sie selbst einen Übergriff erlebt haben, sind Sie bei mir ebenso richtig – diese Arbeit hat ihren Platz in der Sexualtherapie.
Womit Menschen zu mir kommen
- Eine pädophile oder hebephile Sexualpräferenz, ohne dass es je zu einer Tat kam – und der Wunsch, das so beizubehalten.
- Impulse oder Fantasien, die Sie erschrecken und mit niemandem besprechen können.
- Die ständige Angst vor sich selbst in Bezug auf Sexualität: Kontrolle gewinnen statt nur vermeiden.
- Exhibitionistische oder voyeuristische Impulse, bei denen die Grenze zur Strafbarkeit nah ist.
- Sexualisierte Chats und Online-Kontakte, die zu entgleiten drohen.
- Therapeutische Aufarbeitung eines laufenden oder abgeschlossenen Verfahrens: verstehen, wie es dazu kam – analysieren, vorbeugen.
- Grenzverletzungen, die Ihnen selbst Angst machen, auch wenn nie eine Anzeige daraus wurde.
- Konsum strafbarer Darstellungen: raus aus einem Muster, das anderen schadet und Ihr eigenes Leben zerstören kann.
- Die Zeit nach Haft oder Bewährung: ein Leben aufbauen, das ohne Rückfall trägt.
- Berufliche Folgen: Kündigung, Berufsverbot, der Verlust einer Zulassung oder Lehrerlaubnis.
- Angehörige: Sie stehen einem Menschen nahe, gegen den ermittelt wird, und wissen nicht, wohin damit.
Verantwortung und Nicht-Verurteilen
Verantwortung und Nicht-Verurteilen sind der Kern dieser Arbeit. Ich spiele nichts herunter: Was getan wurde, hat Folgen für andere, und wir benennen sie klar, statt darum herumzureden. Wer den Weg in die Therapie geht, übernimmt Verantwortung – das Gegenteil von Wegsehen. Und weggesehen wird auf beiden Seiten: von den Menschen, die das mit sich tragen, und von einem Fach, das sich lieber nicht damit befasst.
Mir ist auch wichtig, sauber zwischen Fantasie, Impuls und Handlung zu unterscheiden. Eine Sexualpräferenz hat sich niemand ausgesucht. Bei Pädophilie und Hebephilie gilt: sie zu haben ist nicht strafbar, sie auszuleben ist es. Woran sich arbeiten lässt, ist der Umgang mit ihr: Risikosituationen erkennen, Kontrolle aufbauen, ein Leben führen, das nicht von Geheimhaltung und Angst bestimmt wird. Worauf ich hinarbeite: keine Übergriffe, keine ersten und keine weiteren – und ein Leben, in dem die Menschen, mit denen ich arbeite, die Kontrolle haben.
Ich habe mich auf diese Arbeit spezialisiert, bin an der LMU München als Ansprechpartnerin für dieses Feld gelistet, und ich mache sie nicht im Alleingang: Ich bespreche sie in regelmäßiger Supervision mit Dr. Laura F. Kuhle, Psychologischer Psychotherapeutin und langjähriger Projektkoordinatorin des Charité-Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“.
Wenn nie etwas passiert ist – und Sie wollen, dass das so bleibt
Die meisten Menschen mit einer pädophilen Sexualpräferenz begehen nie eine Tat. Aber viele leben über Jahre mit Angst und Scham, ohne je mit einem Menschen darüber zu sprechen. Das ist eine enorme Last – und sie wächst im Verborgenen.
Genau davor setzt Therapie an. Wir schauen gemeinsam auf Ihre Sexualpräferenz oder Ihre Impulse, auf Situationen, die riskant werden könnten, und darauf, wie Sie Ihr Leben so einrichten, dass weder die Angst noch die Präferenz das Steuer übernimmt. Sie müssen dafür keine Krise abwarten und keine Grenze überschritten haben. Der beste Zeitpunkt ist jetzt, solange nichts passiert ist.
Rahmen und Vertraulichkeit
Häufige Fragen
Jedes Detail hilft mir, Sie besser zu verstehen, das stimmt. Trotzdem gehen wir in Ihrem Tempo. Das hier ist kein Verhör und keine Aktenaufnahme – Sie entscheiden, was Sie erzählen und wann.
Ja. Sie können vor, während oder nach einem Verfahren kommen. Ich ersetze weder Ihren Anwalt noch schreibe ich Gutachten. Was ich tue: mit Ihnen daran arbeiten, was dazu geführt hat und was sich ändern muss. Wurde eine Therapie angeordnet, bringen Sie die Auflagen mit, dann schauen wir gemeinsam darauf.
Es bleibt bei mir. Ich unterliege der Schweigepflicht, auch für das, was zurückliegt. Nur für den Fall, dass ein konkreter Tatplan vorliegt, gibt es gesetzliche Bestimmungen, die auch für mich gelten – das ist der einzige Rahmen, den ich nicht selbst setze.
Ja, ausdrücklich. Eine pädophile Sexualpräferenz zu haben ist keine Tat und nicht strafbar. Sie müssen keine Grenze überschritten haben, um Unterstützung zu verdienen. Im Gegenteil: Je früher Sie kommen, desto besser.
Der erste Schritt ist ein kostenloser Kennenlerntermin per Video. Danach finden Sitzungen in meiner Praxis in München oder online statt, auf Deutsch oder Englisch. Sie buchen online, ohne Umwege über ein Sekretariat.
Wann der richtige Zeitpunkt ist
Der beste Zeitpunkt liegt, bevor die nächste Grenze überschritten wird. Wenn der Druck oder die Impulse drängender werden, wenn ein Konsummuster eskaliert, wenn ein Verfahren ansteht oder hinter Ihnen liegt und Sie spüren, dass sich etwas ändern muss – dann ist jetzt der Moment.
Und manchmal beginnt es kleiner: mit dem Wunsch, ein einziges Mal auszusprechen, was Sie nie aussprechen konnten. Auch dafür ist dieser Raum da. Was daraus wird, entscheiden wir danach gemeinsam.
