Praxis Heinis

Therapie nach sexualisierter Gewalt

In Ihrem Tempo

Wenn ein sexualisierter Übergriff weiterwirkt: in Ihrer Sexualität, in Ihrer Nähe zu anderen, in Ihrem Leben

Manche Menschen spüren die Belastung nach einem sexualisierten Übergriff sofort. Bei anderen zeigen sich die Auswirkungen erst viel später. Und manche ahnen gar nicht, dass ein Übergriff oder eine Grenzverletzung von damals der Grund für ihre heutigen Schwierigkeiten ist, in der Sexualität, in der Intimität, in ihren Beziehungen oder in ihrem Leben überhaupt. Für diese Menschen bin ich da.

Eine psychische Belastung oder ein Trauma nach einem sexualisierten Übergriff zeigt sich in unterschiedlicher Form, oder erst einmal gar nicht. Manchmal sind die Erinnerungen an das, was passiert ist, ganz verschwunden, und das System reagiert später auf scheinbar ganz andere Dinge. Dann braucht es ein bisschen Denken um die Ecke, bis klar wird, woher eine Reaktion kommt. Vieles davon läuft unbewusst, wird kaum wahrgenommen und belastet trotzdem. Genau dort lohnt es sich, hinzuschauen.

Anderes ist sehr bewusst, und Sie wissen genau: Da komme ich nicht ran. Eine Berührung von hinten, ein Geruch, eine bestimmte Situation, ein Ort. Meistens reagiert der Körper zuerst, bevor der Kopf versteht, was gerade los ist. Das ist keine Einbildung.

Für viele geht es deshalb erst einmal darum, zu verstehen, was mit ihnen passiert ist. Je nachdem, wo Sie in Ihrem Prozess stehen, verarbeiten wir das und tasten uns langsam wieder heran, damit Sie im Hier und Jetzt besser damit umgehen, Dinge für sich verändern und Ihre Beziehungen und Ihre Intimität wieder besser erleben können.

Womit Menschen zu mir kommen

Was das mit Ihrer Sexualität und Ihren Beziehungen macht

Die Folgen eines sexualisierten Übergriffs zeigen sich besonders dort, wo es um die eigene Intimität und Sexualität geht, und dort belasten sie besonders. Das hat viele Gründe. Einer davon: Bei Intimität und Sexualität sind genau die Zustände im Spiel, die gegebenenfalls auch beim Übergriff im Spiel waren: Kontrollverlust, Nähe, Verletzung, Erregung, ein Körper, der reagiert. Unser ganzes System, Körper und Nervensystem, kann durch so ein Erlebnis so verändert und angegriffen sein, dass es diese Zustände nicht mehr richtig zuordnen kann. Dann verschiebt sich auch die Wahrnehmung, ob eine Situation gefährlich ist oder nicht. Das zu verstehen, ist das Wichtige.

Daraus entsteht, was von außen widersprüchlich aussieht: Lust und Abwehr zur gleichen Zeit, ein Erstarren, das wie Einverständnis wirkt, oder ein Kopf, der weggeht, während der Körper bleibt. Viele halten genau das für den Beweis, dass mit ihnen etwas grundlegend nicht stimmt, oder schämen sich dafür, dass ihnen so etwas passiert ist.

Dass ein Körper reagiert hat, sagt nichts darüber, ob Sie einverstanden waren. Erregung ist keine Zustimmung. Für manche Menschen ist das die erste Erlaubnis seit Jahren, sich selbst nicht mehr schuldig zu sprechen.

Wie ich mit Ihnen arbeite

Zuallererst nutze ich hier mein Fachwissen aus meinen Weiterbildungen: die Grundlagen der schonenden Traumatherapie nach Martin Sack und die Fortbildung Sexualität & Trauma bei Dr. Melanie Büttner. Meine Arbeit bespreche ich in regelmäßiger Supervision.

Ganz wichtig ist mir, dass wir zuerst eine gute Grundlage erarbeiten und einen sicheren Rahmen gestalten. Das heißt, es gibt einiges an Vorbereitung, das wir miteinander besprechen, und wir gehen dabei immer in Ihrem Tempo vor.

Trotzdem ist das kein Nichtangriffspakt: Wir nähern uns den Themen, in Ihrem Tempo und so, wie es gut passt, und gehen dabei immer nur so weit, wie es für Sie tragbar ist. Meine Aufgabe ist es, Sie in diesem Rahmen gut zu halten, auch bei psychischen Reaktionen wie einer Dissoziation, damit sich das wieder gut einordnen lässt.

Häufige Fragen

Nein. Sie erzählen nur das, was für Sie möglich ist, und genau in Ihrem Tempo. Sie entscheiden, wann und wie wir das gemeinsam durchgehen, und ich leite Sie dabei. Manchmal erzählen Sie, wenn Sie sich sicher fühlen, auch mehr. Das ist immer Ihre Entscheidung.

Nein. Bei vielen meldet sich das erst nach Jahrzehnten, oft ausgelöst durch eine neue Situation, zum Beispiel eine Beziehung, eine Geburt oder einen Umbruch. Dass Ihr System jetzt darauf zurückkommt, heißt nicht, dass ein Zeitpunkt verpasst wurde.

Ja. Niemand außer Ihnen bestimmt, ob etwas schlimm genug war. Ausschlaggebend ist allein, ob Sie es als belastend erleben. Darum geht es, um keinen Maßstab von außen.

Als Erstes können wir uns gemeinsam anschauen, was genau passiert ist. Meistens hat Ihr Körper einfach funktioniert oder sich geschützt. Sexuelle Erregung ist eine körperliche Reaktion, keine Zustimmung. Sehr viele Menschen tragen genau daran am schwersten, und es ist einer der ersten Punkte, die wir sortieren.

Das kann ein Wegweiser sein. Schmerzen beim Sex oder ein Vaginismus sind oft ein Zeichen dafür, dass der Körper sich schützt. Das heißt nicht automatisch, dass ein Übergriff dahintersteckt. Genau hinzuschauen lohnt sich trotzdem.

Ja. Manchmal ist das sinnvoll, weil Ihr Gegenüber nicht weiß, wie es reagieren soll, und aus lauter Vorsicht gar nichts mehr tut. Wir können in Einzelsitzungen anfangen und später zu zweit weitermachen, oder umgekehrt.

Ich bin keine dezidiert ausgebildete Traumatherapeutin. Ich habe Weiterbildungen zu Sexualität und Trauma absolviert, und die schonende Traumatherapie war Teil meiner Weiterbildung in der Sexualtherapie. EMDR biete ich nicht an. Ich arbeite an der Stelle, an der beide Themen zusammenkommen, und begleite Menschen dort weiter. Wenn sich zeigt, dass Sie ein spezialisiertes Traumaverfahren brauchen, sage ich Ihnen das.

Der erste Schritt kann ein kostenloser Kennenlerntermin per Video sein, oder Sie buchen gleich eine Sitzung, online oder in meiner Praxis in München, auf Deutsch oder Englisch. All das buchen Sie direkt online.

Die Sitzungen sind für Selbstzahler. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten sie nicht; bei privaten Versicherungen und Beihilfe hängt es vom Tarif ab, das klären Sie am besten vorab. Die aktuellen Honorare stehen auf meiner Honorarseite. Ein Nebeneffekt, der in diesem Feld vielen wichtig ist: Es entsteht kein Eintrag bei einer Kasse.

Schmaler Weg durch einen lichten Birkenwald im Frühjahr

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Gute Gründe, sich Unterstützung zu holen:

  • Sie meiden Situationen, Menschen oder Orte, die Ihnen eigentlich wichtig sind.
  • Sexualität und Nähe sind etwas Fremdes geworden, etwas, das Sie nur noch aushalten.
  • Sie ekeln sich, oder Ihr Körper macht dicht.
  • Ihr Gegenüber merkt, dass etwas nicht stimmt, und Sie finden keine Worte dafür.

Und manchmal fängt es kleiner an: mit dem Wunsch, das einmal auszusprechen, ohne dass jemand erschrickt. Auch dafür ist dieser Raum da.

Sie arbeiten selbst mit diesen Themen?
Für Fachpersonen biete ich Supervision für Fachpersonen sowie Fortbildungen zu Beziehungsvielfalt an, zum Überblick.