Praxis Heinis
Kein Sex in der Beziehung
Wenn das Thema zwischen Ihnen liegt und sich nichts mehr bewegt
Kein Sex mehr in der Beziehung: Therapie in München und online, wenn niemand es mehr anspricht
Irgendwann wurde aus einer Woche ohne Sex ein Monat, und heute können Sie gar nicht mehr genau sagen, wann Sie das letzte Mal miteinander intim waren. Selten gibt es dafür einen einzelnen Anlass. Manchmal ist es die Geburt eines Kindes, jemand wird krank, Arbeit und Alltag fressen die Abende auf, oder ein Streit bleibt ungeklärt. So vergeht Zeit, und aus einer Pause wird ein Zustand, über den keiner von beiden mehr gern redet, weil er sich zu sehr aufgebauscht hat.
Beide distanzieren sich davon, meistens aus sehr guten Gründen. Denn wer das Thema anspricht, riskiert Streit und Vorwürfe. Also wird es lieber vermieden. Leider führt genau das dazu, dass Sie sich an diesem Punkt noch weiter voneinander entfernen.
Dabei verstehen sich viele dieser Paare sehr gut. Im Alltag lachen sie miteinander, organisieren ihr Leben zuverlässig und würden sich als sehr gutes Team sehen. Trotzdem fühlen sie sich wie in einer WG oder wie Geschwister. Bei anderen Paaren ist die Stimmung längst gereizt, und der fehlende Sex ist der Teil, über den am wenigsten gesprochen wird.
Ich arbeite mit Menschen, die in dieser Lage stecken: mit Paaren, mit Einzelnen, deren Partnerperson nicht mitkommen will oder die erst einmal für sich sortieren möchten, und mit Menschen, die in mehr als einer Beziehung leben. Was Sie mitbringen, müssen Sie bei mir nicht erklären oder rechtfertigen.
Wenn Paare zum ersten Mal bei mir sind, haben sie oft zum ersten Mal die Möglichkeit, Dinge auszusprechen, vor denen sie sich fürchten, vor allem vor der Reaktion der anderen Person, oder die schlicht unangenehm sind. Es entsteht ein Raum, in dem diese Themen besprochen und aufgearbeitet werden können und in dem der Weg zueinander wieder sichtbar wird.
Womit Menschen zu mir kommen
- Seit Jahren kein Sex, und niemand spricht es an.
- Zurückweisung: Eine Person will keinen Sex mehr, die andere fühlt sich abgewiesen.
- Einseitig: Eine Person möchte mehr Sex und fragt immer wieder, die andere blockt jedes Mal ab.
- Verlorene Lust: unklar, ob es am Körper, an der Beziehung oder an einem selbst liegt.
- Sexlose Ehe: im Alltag ein gutes Team, und trotzdem leidet eine Person oder leiden beide darunter.
- Vermiedene Zärtlichkeit: Umarmungen werden ausgelassen, damit keine Erwartung entsteht.
- Das Kind ist da, die Freude ist groß, nur der Sex bleibt aus.
- Sex, der keinen Spaß macht: lieber gar keiner als dieser.
- Unterschiedliche Wünsche: Eine Person möchte anderen Sex, und keine Seite weiß, wie es damit weitergehen soll.
- Affäre, Öffnung oder Trennung: ein Gedanke, der bei einer oder beiden Personen im Kopf ist.
- Alles probiert: feste Termine, ein Wochenende zu zweit, Ratgeber, und nichts hat sich verändert.
Warum es mit der Zeit immer schwerer wird, das Thema anzusprechen
Je länger nichts passiert und das Thema nicht angesprochen wird, desto mehr scheint auf dem Spiel zu stehen, wenn doch etwas passiert. Die Person, die Lust hat und bisher den Anfang gemacht hat, fragt irgendwann nicht mehr, weil jedes Nein wehtut und jede Ablehnung verletzt. Die Person, die abweist, zieht sich bei jeder Berührung zurück, selbst wenn sie mit Sex nichts zu tun hat, damit keine Erwartung entsteht und keine Enttäuschung folgt. Beide haben ihre Gründe und meinen es gut, und leider bestätigen sich beide darin, lieber nichts zu sagen, weil die Verletzungen sonst zu groß werden.
Was dabei hineinspielt, ist fast immer mehreres zugleich: Stress und Erschöpfung, ein Körper, der sich verändert hat, Medikamente oder Schmerzen, alte Kränkungen, die nie ausgesprochen wurden, Scham, eine Kommunikation, in der beide aneinander vorbeireden, unterschiedliche Vorstellungen davon, was Sex überhaupt sein darf, oder eine Sexualität, die für eine Person nie ganz gepasst hat. Ich begebe mich mit Ihnen auf die Suche nach Erklärungen, auch wenn es die eine Ursache selten gibt. Meist stehen diese Dinge miteinander in Verbindung, und welche Faktoren bei Ihnen zusammenkommen, finden wir gemeinsam heraus.
Haben Sie noch Sex, nur in sehr unterschiedlichem Maß, finden Sie dazu einen eigenen Artikel: Wenn ein Partner mehr Lust hat als der andere.
Wie ich mit Ihnen arbeite
Bevor wir zum eigentlichen Streitpunkt kommen, setze ich an der Beziehung an, um Sie beide kennenzulernen: wie Sie miteinander reden, wie sich Ihre Beziehung entwickelt hat und was es darin vorher schon an Wichtigem gab. Von dort steige ich in das Thema ein, mit Fragen wie: Was passiert, wenn eine Person von Ihnen enttäuscht ist? Wo fühlen Sie sich beieinander sicher, und wo nicht? Daraus lässt sich schon viel schließen. Denn was in der Kommunikation im Allgemeinen funktioniert oder nicht funktioniert, kann in der Sexualität besonders schwer wiegen. Mit Paaren arbeite ich dafür unter anderem mit der Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT), die genau solche Muster in den Blick nimmt.
Danach sprechen wir über die Sexualität selbst, so konkret, wie es für Sie passt. Was war früher schön, was fehlt Ihnen heute, was fehlt Ihnen eigentlich gar nicht, und was wollen Sie auf keinen Fall zurück? Dazu gehört eine Sexualanamnese, also ein genauer Blick auf Ihre sexuelle Geschichte. Wo körperliche Gründe infrage kommen, etwa Hormone, Schmerzen, eine Erkrankung oder Nebenwirkungen von Medikamenten, empfehle ich eine ärztliche Abklärung und beziehe das Ergebnis in unsere Arbeit ein.
Zwischen den Sitzungen gibt es kleine Übungen und Aufgaben für zu Hause. Das, was wir in der Sitzung besprechen, können Sie dann miteinander üben und daran weiterarbeiten. Diese Zeit zwischen den Sitzungen ist wichtig, weil Sie dort vor allem miteinander arbeiten, nicht mit mir.
Falls Sie sich fragen, ob es ein Mindestmaß gibt: Wie viel Sex in Ihre Beziehung gehört, ist tatsächlich Ihre Entscheidung, keine Vorgabe und auch keine Statistik.
Ob Sie am Ende wieder miteinander schlafen, eine andere Form von Nähe finden oder merken, dass Sie etwas Grundsätzliches über Ihre Beziehung klären wollen, ist offen, und ich ziehe keinen dieser Wege vor. Steht irgendwann die Frage im Raum, ob Sie bleiben oder gehen, arbeite ich auch damit; mehr dazu auf der Seite zu Entscheidungskonflikten.
Allein, zu zweit oder zu mehreren
Weil dieses Thema Sie beide betrifft, ist es am besten, wenn Sie gemeinsam kommen. Trotzdem können Sie auch erst einmal allein zu mir kommen. Das ist immer ein guter Anfang, vor allem wenn Ihre Partnerperson noch nicht bereit ist oder wenn Sie erst einmal für sich klären möchten, was Sie selbst wollen. Die Einladung für Ihre Partnerperson steht dabei immer offen, und sie früh mit ins Boot zu holen, ist anzuraten. Auch das besprechen wir gemeinsam.
Kommen Sie zu zweit, bin ich nicht die Schiedsrichterin, die festlegt, wer zu viel oder zu wenig will. Mich interessiert, was zwischen Ihnen beiden passiert, Ihre Dynamik und die Muster dahinter. Leben Sie in mehr als einer Beziehung, kommen die Menschen, um die es geht, gemeinsam oder einzeln, so wie es für Sie stimmt.
Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie mit Schwerpunkt Beziehungs- und Sexualtherapie. Einzelsitzungen dauern 50 oder 80 Minuten, Paarsitzungen 80 Minuten. Wir arbeiten in meiner Praxis in München oder online per Video, auf Deutsch und auf Englisch, auch abends und am Wochenende.
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Häufige Fragen
Nein, nicht automatisch. Eine Beziehung ohne Sex kann tragen, solange Sie beide gut damit leben. Schwierig wird es, wenn einer von Ihnen darunter leidet und keiner mehr darüber spricht, und genau an dieser Stelle setzt die Therapie an.
Der erste Schritt ist ein Gespräch, das nicht im Streit endet, und gerade das gelingt allein oft am wenigsten. Es hilft, zuerst über Nähe zu reden statt über Häufigkeit, und darüber, was Ihnen fehlt, statt darüber, was der andere falsch macht; Anregungen dazu stehen im Leitfaden zur Kommunikation in der Beziehung. Drehen Sie sich dabei immer wieder im Kreis, ist eine Paar- oder Sexualtherapie der Ort, an dem dieses Gespräch mit Unterstützung stattfinden kann.
Ja, Sie können allein kommen, auch wenn Ihre Partnerperson nicht mitmachen will. Wir schauen dann, was Sie selbst brauchen, wie Sie das Thema ansprechen können und ob es später sinnvoll ist, Ihr Gegenüber einzubeziehen.
Oft spielt beides hinein, dazu der Körper, der Alltag und die eigene Geschichte. Ich schaue mit Ihnen auf alle diese Ebenen, ohne vorher zu urteilen oder zu spekulieren, wo das Problem liegt oder ob es an Ihnen liegt. Was der Begriff genau meint, steht im Glossar unter Unlust.
Das hängt davon ab, wie es Ihnen beiden damit geht. Nein, wenn es für Sie beide so stimmt und Sie offen damit umgehen können. Ja, wenn eine Person darunter leidet oder Sie beide spüren, dass etwas fehlt. Wer sich im Alltag gut versteht, hat beim Ansprechen oft besonders viel zu verlieren und schweigt deshalb besonders lange.
Nein, wenn es für Sie beide stimmt. Eine Beziehung ohne Sex ist kein Defekt. Kommen Sie gern, wenn Sie unsicher sind, ob es wirklich für beide stimmt, oder wenn Sie Nähe auf eine andere Art gestalten möchten.
Das müssen Sie vorher nicht entscheiden, weil ich beides anbiete. In den ersten Gesprächen gehe ich mit Ihnen genau darauf ein, was das Ziel dessen ist, was wir miteinander besprechen. Daraus leiten sich die Schwerpunkte unserer Therapie ab.
Nur so weit, wie Sie möchten. Ich frage konkret nach, weil vage Antworten beim Thema Sex selten weiterbringen, aber das Tempo bestimmen Sie, und ein Nein ist bei mir jederzeit in Ordnung.
Ja, zum Beispiel Hormone, die Wechseljahre, Schmerzen, eine Erkrankung oder Medikamente. Wo das infrage kommt, empfehle ich eine ärztliche Abklärung, und wir arbeiten parallel an dem, was zwischen Ihnen passiert.
Das kann ich vorher nicht seriös einschätzen. Nach den ersten Sitzungen sehe ich klarer und sage Ihnen, womit Sie rechnen können.
Ja, die Sitzungen können auch online per Video stattfinden, oder Sie kommen in meine Praxis in München. Auf meiner Honorar-Seite finden Sie weitere Informationen zu den Sätzen. Der erste Kennenlerntermin ist kostenlos.
Sie können direkt eine Sitzung bei mir buchen, allein oder gemeinsam, je nachdem, von wem der Anstoß kommt. Wenn Sie noch nicht sicher sind oder Fragen haben, buchen Sie gern zuerst einen kostenlosen Kennenlerntermin. Termine gibt es auch abends und am Wochenende.
Ab wann es sinnvoll ist, sich Unterstützung zu holen
Eine Zahl an Monaten, ab der eine Beziehung ohne Sex ein Problem ist, gibt es nicht. Leben Sie beide gut damit, ist es kein Problem. Sinnvoll wird Unterstützung, wenn einer von Ihnen darunter leidet, wenn jedes Gespräch darüber im Streit oder im Schweigen endet, wenn Sie Zärtlichkeit meiden, damit keine Erwartung entsteht, wenn Sie Angst haben, die andere Person zu enttäuschen, oder wenn Gedanken an eine Affäre oder an Trennung schon da sind.
Früher anzufangen ist leichter, weil sich noch weniger verhärtet hat. Und wenn Sie schon viele Jahre gewartet haben, ist das kein Grund, jetzt nicht zu kommen.
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Für Fachpersonen biete ich Supervision für Fachpersonen sowie Fortbildungen zu Beziehungsvielfalt an (zum Überblick).
