Trennen oder bleiben? Wie Sie zu einer Entscheidung finden

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Beziehungen sind wie das Leben: Es geht manchmal auf und ab, und an manchen dunklen Tagen kann es vorkommen, dass Sie sich fragen, wie es mit Ihrer Beziehung weitergeht. Dann stellt sich häufig die Frage, ob Sie bleiben oder sich trennen sollen. Manchmal löst ein bestimmtes Ereignis diese Frage aus, und manchmal entwickelt sie sich nach und nach. Viele Menschen tragen sie Monate, wenn nicht sogar Jahre mit sich herum, bevor sie sie zum ersten Mal laut für sich aussprechen, geschweige denn mit ihrer Partnerperson darüber reden.

Die Frage, ob Sie sich trennen oder bleiben, lässt sich tatsächlich nicht immer leicht beantworten, und von außen ist das umso schwerer. Es gibt aber einige Punkte, die Sie für sich durchgehen können, um zu einer besseren Entscheidung zu kommen.

Trennen oder bleiben: die kurze Antwort

Grundsätzlich ist es erst einmal anzuraten, zu prüfen, ob sich etwas „reparieren“ lässt, bevor man es ohne einen Versuch wegwirft. Das gilt für Beziehungen wie für viele andere Dinge im Leben.

„Anschauen“ bedeutet vor allem erst einmal, sich über sich selbst, die eigenen Werte und Vorstellungen klar zu werden. Darüber hinaus gilt es, Dinge auszuprobieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und wieder in Verbindung zu gehen, damit Sie am Ende nicht mit dem Gefühl gehen, nichts versucht zu haben. Das ist wichtig. Trotzdem kommt es auf die Lage an, denn auch das Reparieren hat seine Grenzen.

Wann sich das „Reparieren“ nicht lohnt

Die erste und klarste Grenze ist physische Gewalt. Wenn Sie geschlagen oder bedroht werden, steht außer Frage, dass Ihre Sicherheit an erster Stelle steht. Die Frage, ob sich etwas an Ihrer Beziehung verbessern lässt, ist dann erst einmal sekundär.* Eine Paartherapie ist in dieser Lage nicht die erste Anlaufstelle.

Körperliche Gewalt ist aber nur ein Teil des Ganzen. Wenn Sie emotional oder psychisch kontrolliert, eingeschüchtert oder manipuliert werden oder Ihre Grenzen nicht eingehalten werden, ist auch das ein Punkt, an dem Sie eine Linie ziehen und sich wirklich fragen können, ob es sich noch lohnt weiterzumachen. Sicherlich kann hier eine Therapie helfen, aber dann geht es vielleicht eher darum, wie Sie gut aus der Situation herauskommen, als um die Entscheidung, ob Sie bleiben oder gehen.

Die zweite Grenze ist erreicht, wenn nur noch eine Person an der Beziehung arbeiten will, denn für eine Beziehung braucht es zwei Menschen, für eine Trennung nur einen. Das gilt es natürlich erst einmal zu prüfen, wenn Sie bisher noch gar nicht mit Ihrer Partnerperson darüber gesprochen haben. Zu oft hört man aber Sätze wie „Ich habe es schon so oft angesprochen“, und wenn das Gegenüber dann weiterhin nicht zuhört, nichts verändert oder offen sagt, dass es das alles nicht will, bringt auch ein weiterer Versuch nichts. Eine Beziehung lässt sich nicht allein reparieren.

Wie ist Ihre Situation?

Ein Paar sitzt am weißen Küchentisch am Fenster und spricht ruhig miteinander

Trifft keine dieser beiden Grenzen auf Sie zu, stellt sich zuerst die Frage, wie Ihre Situation eigentlich aussieht. Seit wann haben Sie diese Gedanken, woran machen Sie sie fest, und vor allem: Wie fühlen Sie sich dabei?

Menschen nennen sehr viele verschiedene Dinge, auf die es ihnen in einer Beziehung ankommt, und auch das ist sehr individuell. Für die eine Person gehören bestimmte Dinge unbedingt dazu, für die andere ganz andere. Es gibt aber einige Punkte, die allgemein gelten, auch wenn jede Beziehung zwischen zwei Menschen individuell ist und Sie als Mensch einzigartig sind.

Der erste Punkt, auf den Sie schauen können, ist, was den Kern Ihrer Beziehung ausmacht: Was ist das Gute, das zwischen Ihnen beiden noch besteht? Das kann Respekt sein, ein gemeinsamer Humor, Begehren, das gute Zusammenspiel im Alltag oder schlicht das Interesse daran, wie es der anderen Person geht. Finden Sie auf diese Frage keine Antwort, ist auch das schon eine Antwort, oder zumindest eine wichtige Information, denn der Kern und das Fundament einer Beziehung sollten stabil sein.

Danach lohnt es sich, genauso darauf zu schauen, was Ihnen genau fehlt und seit wann das so ist. Haben Sie das mit Ihrer Partnerperson schon angesprochen, und wie hat sich die Situation seitdem verändert? Ein ehrlicher Blick darauf hilft zu verstehen, was die einzelnen Entwicklungen verursacht hat. Dabei ist es ein Unterschied, ob Sie hundert verschiedene Dinge probiert oder hundertmal denselben Streit geführt haben, und es ist auch ein Unterschied, ob Sie beide wissen, dass inzwischen die Beziehung auf dem Spiel steht. Nicht immer wissen das beide.

Neben dem, was zwischen Ihnen besteht, und dem, was fehlt, ist auch ein großer Faktor, ob es Ereignisse gab, die Ihre Beziehung an diesen Punkt haben kommen lassen. Klassischerweise sind das Vertrauensbrüche wie zum Beispiel Affären, aber auch Ereignisse in Ihrem Leben können dazu führen, dass sich eine Beziehung verändert: die Geburt eines Kindes, ein Todesfall oder eine Krankheit. Auch hier ist es wichtig zu schauen, was aus Ihrer Sicht mögliche Ursachen sein können.

Und dann ist da noch Ihre Wunschvorstellung. Das eine ist, wie alles gerade aussieht, das andere, wie Sie sich dabei fühlen. Entspricht Ihre Beziehung dem, wie Sie eine Beziehung führen möchten, nach Ihren Werten und dem, was Sie sich wünschen? Klafft das sehr weit auseinander, wird es schwer, dauerhaft zu bleiben.

Wie viel haben Sie schon probiert, weiß Ihre Partnerperson davon, und gibt es die Möglichkeit, dass Sie beide mitarbeiten wollen? Eine Beziehung lässt sich nicht allein retten.

Wenn Sie die Frage allein mit sich herumtragen

Eine Frau im hellen Trenchcoat geht allein und nachdenklich durch einen herbstlichen Park

Für diese Klärung brauchen Sie erst einmal nicht zu zweit zu kommen. Sind beide im Bilde, haben Sie zu zweit natürlich mehr Kraft, um etwas zu verändern. Ist es aber erst einmal etwas, das Sie für sich allein klären möchten, lässt sich genauso gut daran arbeiten, denn es hilft, wenn Sie für sich selbst Klarheit haben. Viele Menschen sortieren die Frage zuerst für sich in Einzelsitzungen.

Ihre Beziehungsform spielt dafür übrigens keine Rolle. Die Frage stellt sich in einer Ehe nach zwanzig Jahren genauso wie in einer offenen oder polyamoren Beziehung, in der eine von mehreren Verbindungen ins Wanken gerät.

Ein offenes Ergebnis

Anschauen heißt nicht, dass am Ende das Bleiben stehen muss. Die eigentliche Frage ist, welche Entscheidung zu Ihnen passt und für Sie sinnvoll ist. In einer Therapie geht es vor allem darum, Sie dabei zu unterstützen, Ihre eigene Antwort auf diese Frage zu finden, und beide Wege sind dabei gleichermaßen berechtigt. Es kommt vor, dass zwei Menschen ehrlich hinsehen, einiges ausprobieren und dann feststellen, dass sie als Paar miteinander fertig sind, und auch das ist ein gutes Ergebnis. Sie gehen dann mit einer Entscheidung, die Sie bei klarem Kopf getroffen haben, statt erschöpft nach dem x-ten Streit die Tür hinter sich zuzuziehen. Wer es versucht hat, nimmt weniger „Was wäre gewesen, wenn“ mit in das Leben danach, und wo Kinder da sind, bleiben Sie als Eltern ohnehin miteinander verbunden.

Wann eine Begleitung sinnvoll ist

Ein Paar sitzt im hellen Praxisraum auf dem Sofa und schaut sich an, links die Therapeutin von hinten

Sinnvoll wird eine Begleitung, wenn Sie sich seit Monaten im Kreis drehen, wenn jedes Gespräch über die Beziehung im Streit endet oder wenn Sie beide wollen und nicht wissen, wo Sie anfangen können. Dann lohnt sich der Blick von außen, mit einer dritten Person, die diese Themen einmal gemeinsam mit Ihnen durchgeht.

Manchmal steckt hinter dem Kreisen auch ein Entscheidungskonflikt: Für beide Wege gibt es in Ihnen gute Gründe, und keiner fühlt sich ganz richtig an.

In meiner Praxis in München und online arbeite ich mit Einzelpersonen und mit Paaren an genau dieser Klärung, in der Beziehungs- und Paartherapie, und ich habe dabei kein Ergebnis im Kopf, zu dem ich Sie bringen will. Im kostenlosen Kennenlerntermin können Sie mir schildern, wo Sie stehen, und wir schauen gemeinsam, ob und wie ich Sie unterstützen kann.

Häufige Fragen

Woran merke ich, ob ich mich trennen oder bleiben will?

Ein verlässliches Zeichen gibt es nicht, aber es hilft, Erschöpfung und Entscheidung auseinanderzuhalten. Wer erschöpft ist, will vor allem, dass der Streit aufhört, während jemand, der entschieden ist, sich das Leben danach konkret vorstellen kann und dabei eher Ruhe als Panik empfindet. Wenn Sie beides bei sich nicht unterscheiden können, ist das ein guter Grund, die Frage nicht allein zu sortieren.

Sollte ich wegen der Kinder bleiben?

Kinder sind sicherlich ein Grund, warum es sich lohnt, für die Beziehung zu kämpfen. Sie sollten aber nie der Grund sein, in einer Beziehung zu bleiben, die Sie nicht mehr wollen, die Ihnen nicht guttut oder in der Sie schlecht behandelt werden.

Lohnt sich eine Paartherapie, wenn ich innerlich schon halb gegangen bin?

Ja, wenn Sie bereit sind, das offen zu sagen. Eine Paartherapie ist kein Versprechen, dass Sie zusammenbleiben. Beide finden dort heraus, was noch möglich ist, und es kommt vor, dass am Ende eine Trennung steht, die beide besser tragen können. Schwierig wird es nur, wenn eine Person die Sitzungen nutzt, um sich das eigene Gehen bestätigen zu lassen, ohne es auszusprechen.

Was ist, wenn mein Partner keine Therapie will?

Dann können Sie allein kommen. In Einzelsitzungen klären Sie Ihre eigene Position, und schon dadurch kann sich im Miteinander etwas verändern, weil Sie anders in die Gespräche zu Hause gehen. Ob Ihr Gegenüber später dazukommt, bleibt offen, und eine Bedingung ist es nicht.

Wie lange darf so eine Entscheidung dauern?

So lange, wie Sie brauchen, eine feste Frist gibt es nicht. Gleichzeitig kostet auch der Schwebezustand Kraft, bei Ihnen und bei Ihrer Partnerperson, die meist spürt, dass etwas nicht stimmt. Wenn Sie merken, dass seit einem Jahr dieselben Gedanken kreisen, ohne dass Sie einen Schritt weiter sind, lohnt es sich, jemanden von außen dazuzuholen.

Zum Weiterlesen

* Hilfe bei Gewalt: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichen Sie rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 116 016, das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ unter 0800 1239900 (Montag bis Donnerstag 8 bis 20 Uhr, Freitag 8 bis 15 Uhr).

Kontakt & Terminvereinbarung

Für Fragen erreichen Sie mich per E-Mail. Für Terminvereinbarungen nutzen Sie bitte direkt die Online-Buchung.

Patricia Heinis
Privatpraxis für Beziehungs- & Sexualtherapie
E-Mail: info@patricia-heinis.de
Web: www.patricia-heinis.de

Patricia Heinis, Porträt vor heller Wand

Was Sie über meine Arbeit wissen sollten

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen

Manchmal beginnt Veränderung mit einem Gespräch, in dem das ausgesprochen werden darf, was sonst schwer zu sagen ist. Vielleicht stehen Sie vor einer Herausforderung in Ihrer Beziehung, möchten Ihre Sexualität besser verstehen oder suchen Unterstützung in einer schwierigen Lebensphase. In meiner Praxis finden Sie einen geschützten Rahmen für Klärung, neue Perspektiven und persönliche Entwicklung, fachlich fundiert, einfühlsam und ohne vorschnelle Bewertung.

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